Aktuelles aus der WIR

WIR – Werkstatt für Integration und Rehabilitation gGmbH
Erfolgreiche Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt

Erfolgreiche Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt

Die WIR Werkstatt für Integration und Rehabilitation gGmbH ist eine Werkstatt für Menschen mit psychischen Behinderungen mit den Standorten Hürth und Bergheim. Die WIR gGmbH ist eine überbetriebliche Einrichtung zur Teilhabe psychisch kranker Menschen am Arbeitsleben. Sie bietet Personen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, eine angemessene berufliche Bildung, einen Arbeitsplatz oder Gelegenheit zur Ausübung einer geeigneten Tätigkeit. Ziel ist es, Menschen mit psychischen Behinderungen ins Arbeitsleben einzugliedern, ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen, dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Sie fördert den Übergang geeigneter Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Der ehemalige Werkstattmitarbeiter Aribert H. aus Brühl hat es im Jahr 2013 mithilfe der WIR gGmbH geschafft, seine Leistungsfähigkeit wieder zu steigern und trotz seiner psychischen Beeinträchtigung auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Die Geschäftsführerin der WIR gGmbH, Birgit Hummel hat Aribert H. nach 3 Jahren bei seinem Arbeitgeber, der Engler Transfer GmbH, noch einmal besucht und sich davon überzeugt, dass es Aribert H. gut geht und er sich gut in der Firma integriert hat.

Aribert H. ist heute 58 Jahre alt und arbeitet als Fahrer eines Minibusses in der Beförderung von Menschen mit Behinderungen. Er fühlt sich gut, geht seiner Beschäftigung als Fahrer gerne nach und hat ein gutes Verhältnis zu seinen Fahrgästen, seinen Kollegen und zu seinem Vorgesetzten. Stolz präsentiert Aribert H. seinen Führerschein zur Fahrgastbeförderung, den er im November 2014 erlangt hat. Nach eigenen Angaben hat Aribert H. gelernt mit seiner psychischen Krankheit zu leben. Er fühlt sich nicht krank sondern betrachtet sich selber als "psychisch angeschlagen".

Aribert H. hat einen langen Leidensweg hinter sich. Aribert H. ist gelernter Einzelhandelskaufmann und hat seinen Beruf 25 Jahre ausgeführt. Als Nebenjob hat er Zeitungen ausgetragen. Das erste Mal bemerkbar machte sich seine psychische Krankheit im Alter von 36 Jahren. Laut Aribert H. war Mobbing auf der Arbeitsstelle damals der Auslöser. 2003 verlor er seine Hauptarbeitsstelle aufgrund einer betriebsbedingten Kündigung. Den Job als Zeitungsbote hat Aribert H. weiter ausgeführt. Aribert H. fühlte sich sehr unwohl bei der Ausübung seiner Arbeit. Mobbing stand auf der Tagesordnung. Das führte bei Aribert H. zu schweren Depressionen und verschiedenen anderen Krankheiten bis hin zum Burn out im Jahre 2005. Da war er 47 Jahre alt. Es folgten entsprechende stationäre Behandlungen in den Jahren 2006 bis 2008 und der Arbeitsplatzverlust. Seit 2007 bezieht Aribert H. eine Berufsunfähigkeitsrente.

Aribert H. war bemüht, wieder einer Tätigkeit nachzugehen. 2009 fand er schließlich den Weg in die WIR gGmbH, der Werkstatt für Menschen mit psychischen Behinderungen in Hürth. Hier durchlief Aribert H. zunächst die üblichen Bereiche des Eingangsverfahrens und des Berufsbildungsbereichs bis er dann im Arbeitsbereich der Werkstatt in den Teams der Verpackung und Montage seinen Platz fand.

Obwohl Aribert H. sich sehr wohl in der Werkstatt der WIR gGmbH fühlte, hatte er sich zum Ziel gesetzt, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die WIR gGmbH hat Aribert H. entsprechend seinen Wünschen unterstützt und seine Fähigkeiten gefördert.

Es wurde ein Praktikumsplatz als Begleitperson im Fahrdienst der Engler Transfer GmbH organisiert. Während des Praktikums wurde Aribert H. von den Sozialpädagogen der WIR gGmbH weiterhin betreut. Aribert H. fühlte sich direkt wohl bei seiner neuen Tätigkeit und kam prima mit den Fahrgästen, den Kollegen und seinem Vorgesetzten zurecht.

Durch einen Zufall wurde nach einigen Wochen die Stelle einer Begleitperson bei Engler Transfer frei. Da der Fachvorgesetzte Herr Schutte einen sehr guten Eindruck von Aribert H. gewonnen hatte, bekam Aribert H. sein lang ersehntes Jobangebot auf dem ersten Arbeitsmarkt. Mit Unterstützung der WIR gGmbH wurde der 55-Jährige in sein neues Arbeitsleben eingegliedert. Aus Rücksicht auf seine eingeschränkte Leistungsfähigkeit einigte man sich auf ein begrenztes wöchentliches Arbeitsstundenkontingent. Für den Fall, dass es nicht funktioniert hätte oder Aribert H. es auf Dauer dort nicht gefallen hätte, wäre er auch mit offenen Armen wieder in der Werkstatt der WIR gGmbH aufgenommen worden.

Sein Mut und seine Entschlossenheit wurden belohnt. Es war der Anfang eines neuen Lebens. Nachdem Aribert H. im ersten Jahr als Begleitperson im Fahrdienst mitgefahren ist, machte er dann seinen Führerschein zur Fahrgastbeförderung von Behinderten und im Schüler Spezialverkehr. Seitdem fährt er selber einen roten Minibus der Engler Flotte und hat eine nette Begleitperson. Aribert H. macht heute einen sehr zufriedenen Eindruck. Seine Arbeit gefällt ihm sehr gut. Der Vorgesetzte von Aribert H., Herr Schutte, ist ebenfalls sehr zufrieden mit der Arbeit und der Persönlichkeit von Aribert H. Gelegentlich erledigt Aribert H. auch Schreibarbeiten am Computer für seinen Chef. Das könne er einfach besser als er und er ist auch sehr vertrauenswürdig, meint Herr Schutte.

Aribert H. hat sich für diesen Bericht aus eigener Motivation zur Verfügung gestellt. Er möchte damit anderen Personen mit ähnlichem Leidensweg Mut machen, nicht aufzugeben und den Schritt zu einer neuen Beschäftigung und der Integration in ein neues Arbeitsleben zu wagen. Aribert H. hat es mit eisernem Willen und der Hilfe der WIR gGmbH geschafft.

 

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